Jutta Hartwieg bei der Podiumsdiskussion im Kaltenkirchener Bürgerhaus
Bekämpfung der Kinderarmut war Thema einer Podiumsdiskussion mit Jutta Hartwieg und Franz Thönnes
Kaltenkirchen, 28.03.2008 – „Kinder sind heute 20 Prozent unserer Bevölkerung, aber morgen 100 Prozent unserer Zukunft“, erklärte Franz Thönnes, SPD-Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Soziales. Bei einem Podiumsgespräch am vergangenen Mittwoch im Kaltenkirchener Bürgerhaus diskutierten Thönnes, Landratskandidatin Jutta Hartwieg, der Bürgermeister von Kaltenkirchen, Stefan Sünwoldt und die Kaltenkirchener Stadtvertreterin Ute Lau über das Thema Kinderarmut. In Gegenwart zahlreicher Besucher machte auch die Landratskandidatin klar, dass ihr die Bekämpfung der Kinderarmut ein zentrales politisches Anliegen sei.
Thönnes identifizierte als Ursachen für die zunehmende Kinderarmut unter anderem die Arbeitslosigkeit der Eltern, das Anwachsen des Niedriglohnbereichs und die steigende Zahl alleinerziehender Eltern. „Deshalb hängt Kinderarmut auch direkt mit dem Thema Mindestlohn zusammen“, erklärte Thönnes. „Denn nur diejenigen, die anständig bezahlt werden, können ihren Kindern die Mahlzeiten und die Kleidung zum Leben finanzieren“, so der Staatssekretär. Im Jahr 2003 waren laut Statistischem Bundesamt 13,5 Prozent aller Menschen in Deutschland vom Armutsrisiko betroffen. Die Leidtragenden von Armut sind vor allem Kinder. Thönnes betonte deshalb: „Wenn Kinder unsere Zukunft sind, dann müssen wir lernen, mit ihren Augen zu sehen. Wir müssen uns danach richten, was gut für Kinder ist.“
Landratskandidatin Hartwieg zeigte Möglichkeiten auf, wie der Kreis und die Kommunen helfen können. „Wir müssen beispielsweise die Schuldnerberatung und Suchthilfen weiter stärken“, forderte sie. Gleichzeitig müsse das Prinzip gelten: „Wegkommen von Almosen, hin zur Eigenverantwortung.“ Darüber hinaus, so Harwieg, müsse die Erziehungskompetenz gesteigert werden. „Eltern sollten zum einen lernen, vernünftig mit Geld umzugehen und zum anderen ganz grundlegende Fähigkeiten erwerben, wie das Kochen einer gesunden Mahlzeit“, erklärte die Landratskandidatin. Diese Grundfähigkeiten gingen heute aber immer mehr verloren.
Außerdem verdeutlichten die Podiumsteilnehmer die Notwendigkeit, Bildungschancen zu verbessern. „Bildung fängt im Kindergarten schon mit Sprachförderung an“, sagte Thönnes. Hartwieg ergänzte, es gehe im Weiteren neben der Wissensvermittlung auch um Kompetenzen wie Konzentrationskraft und Teamfähigkeit. „In meiner Tätigkeit als Unternehmensberaterin habe ich bei jungen Führungskräften große Defizite in diesen Bereichen beobachtet“, sagte Hartwieg. Für die Landratskandidatin war deshalb klar: „An der Bildung unserer Kinder darf einfach nicht gespart werden.“
Eine weitere Idee brachte Heinrich Westphal, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt im Kreis Segeberg, ins Spiel: „Jedes armutsgefährdete Kind braucht einen Paten, eine Art Schutzengel, der sich um das Wohl dieses Kindes kümmert.“ So könne der Verwahrlosung von Kindern vorgebeugt werden. Am Ende zeigten sich die Diskussionsteilnehmer einig, dass das Thema Kinderarmut verstärkt auf die politische Tagesordnung gebracht werden müsse.
Bildinformation (v.l.n.r.): Bild 1: Landratskandidatin Jutta Hartwieg; Ute Lau, Stadtvertreterin Kaltenkirchen / Bild 2: Stefan Sünwoldt, Bürgermeister Kaltenkirchen; J. Hartwieg; Ute Lau; MdB Franz Thönnes / Bild 3: J. Hartwieg; F. Thönnes
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Jutta Hartwieg
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