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Das 10-Punkte-Programm

Meine Ziele für die ersten 100 Tage nach der Wahl

Für den Fall, dass ich am 25. Mai 2008 zur Landrätin des Kreises Segeberg - und damit zum ersten weiblichen Chef einer Kreisverwaltung in Schleswig-Holstein - gewählt werde, möchte ich Ihnen im Folgenden mein "10-Punkte-Programm" für die ersten 100 Tage nach der Wahl vorstellen.

 

Alternativ können Sie sich das Programm auch als PDF-Dokument anzeigen lassen.



1) Fachkräfte

Ich werde mich mit Unternehmern des Kreises und Vertretern von Unternehmerverbänden an einen Tisch setzen, um auszuloten, in welchen Bereichen es an Fachkräften mangelt. Nach einer detaillierten Bestandsanalyse können gemeinsam Maßnahmen erarbeitet werden, um a) Arbeitnehmer nach- bzw. weiterzuqualifizieren und b) Anreize für einen verstärkten Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte zu schaffen.


2) Leistungszentren

Ich möchte nach Kräften dazu beitragen, dass im Kreis Segeberg mehr Arbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. Zu diesem Zweck werde ich zeitnah Kontakt zum Leiter der BA aufnehmen, um mit ihm zu erörtern, wie die Arbeit der Leistungszentren noch effektiver gestaltet werden kann.

 

Die anhaltend günstige konjunkturelle Entwicklung lässt eine Steigerung der Vermittlungszahlen der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen zu. In den Leistungszentren Bad Segeberg, Kaltenkirchen und Norderstedt sehe ich die Chance, mit den vorhandenen Kräften die Vermittlungsleistungen des Jahres 2007 im Jahr 2008 zu steigern. Voraussetzung ist eine weitere Professionalisierung des Personals in den Arbeitsgemeinschafen.



3) Bildung / Weiterbildung

Ich werde mit Bildungs- bzw. Fortbildungsanbietern zusammenkommen, um Gespräche über eine Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Lehreinrichtungen (vor allem Berufliche Schulen) und der Wirtschaft zu führen. Um die modernen und sehr guten Ausstattungen der Beruflichen Schulen effektiver nutzen zu können, bietet es sich beispielsweise an, diese verstärkt auch für andere Zwecke, wie Fort- und Weiterbildungen, zur Verfügung zu stellen.

 

Vor Eintritt in die Ausbildung müssen Jugendliche so gefördert werden, dass sie mindestens einen Hauptschulabschluss erreichen.



4) WEP

Die Wirtschaftsförderungs- Entwicklungs- und Planungsgesellschaft des Kreises Pinneberg und Segeberg mbH (WEP) muss wieder richtig arbeiten. Ich werde mit dem Kreis Pinneberg und Landrat Grimme ins Gespräch gehen, um die WEP wieder in Schwung zu bringen. Dabei muss es vor allem darum gehen, die Marketing-Anstrengungen der Gesellschaft zu stärken und deren Aufgabenpalette zu verbreitern. Sollten diese Bemühungen scheitern, so werde ich als Landrätin die eigene Kreisverwaltung stärken.

 

Dabei werde ich sofort prüfen, ob die laufenden Projekte wie z. B. „Frau und Beruf“ sowie „Existenzgründer in Wittenborn“ in der Trägerschaft der WEP belassen werden können.

 

Ich bin sicher, dass die gegründete Städtekooperation NORDGATE an der A 7 / AKN eine optimale Vermarktung durchführen wird. Ich werde vordringlich die Frage klären, ob  eine Vermarktung in den Wirtschaftsschwerpunkten an der A 21 und an der A 20 durch die Städtekooperation NORDGATE, durch die WAS (Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn mbH) oder durch operativ tätige Unternehmen wahrgenommen werden kann und soll.



5) EU-Förderung

Die Projekte „Holsteins Herz“ und „Holsteiner Auenland“ haben mit EU-Fördermitteln und großem persönlichen Engagement schon bemerkenswerte Ergebnisse erzielt und verdienen auch weitere Unterstützung. Ich werde mich darüber hinaus um noch mehr EU-Fördergelder für den Kreis Segeberg bemühen. Zu diesem Zweck will ich mich mit der Projektgesellschaft Norderelbe zusammensetzen, die gemeinsam mit den Nachbarkreisen Dithmarschen, Steinburg und Pinneburgletztes Jahr eigens zu diesem Zweck gegründet wurde. Jährlich sollen 100.000 € aus den EU – Fördertöpfen in die Region Norderelbe fließen.


6) Familienfreundlicher Kreis

Ich werde mich mit den Kindergarten-Trägern zusammensetzen und mit ihnen gemeinsam a) ein Konzept für den Ausbau von Krippenplätzen erarbeiten (Zuschüsse vom Bund) und b) dafür Sorge tragen, dass künftig alle Kita-Kinder ein warmes Mittagessen erhalten - zunächst mindestens alle bedürftigen Kinder.

 

Schulspeisung: Damit auch alle Schulkinder, deren Eltern ALGII empfangen, oder die sonst als bedürftig einzustufen sind, ein warmes Mittagessen bekommen, werde ich mich mit den kommunalen Schulträgern und dem Land  zusammensetzen und zwecks Finanzierung für die Gründung eines Vereins sorgen.



7) Bürgernahe Verwaltung

Um für zuzugswillige Fachkräfte, Unternehmer und junge Familien den Weg zur Verwaltung kürzer, unkomplizierter und unbürokratischer zu gestalten, werde ich ein „Welcome-Center“ einrichten. Dieses Projekt werde ich gemeinsam mit Mitarbeitern aus der gesamten Verwaltung unter Einbeziehung des Personalrats organisieren. Denn aus eigener beruflicher Erfahrung weiß ich, dass es bei den Mitarbeitern der Verwaltung genügend Potenzial dafür gibt.


8) Umwelt

Ich will dazu beitragen, den Kreis Segeberg klimafreundlich zu gestalten und ihm damit eine Vorbildfunktion für ganz Schleswig-Holstein geben. Deshalb werde ich als erstes darauf hinarbeiten, dass die Verwaltung einen Energieberater einstellen kann. Zu dessen Aufgaben wird die Beratung der Gemeinden vor Ort zählen, etwa, um den Gemeinden zunächst bei der Erstellung einer Umweltbilanz zur Seite zu stehen. Zu den langfristigen Zielen muss gehören, die Gemeinden von den großen Strom- und Gaskonzernen unabhängiger zu machen.


9) Führung der Kreisverwaltung

Ich möchte nicht über, sondern unter meinen Mitarbeitern sein. Deshalb werde ich als Landrätin ins Haus der Kreisverwaltung umziehen und ein Büro „mittendrin“ wählen. Meine Mitarbeiter sollen wissen, dass ich mit ihnen zusammenarbeite und jederzeit ein offenes Ohr für ihre Probleme habe. U.a. damit möchte ich zu einer guten und konstruktiven Arbeitsatmosphäre beitragen. Das ganze Haus Segeberg kann dann wieder für die Selbstverwaltung des Kreises und für Verbände zugänglich gemacht werden. (Haus der Kommunalen Selbstverwaltung statt Landratsamt)


10) Funktionalreform

Ich werde eine Zusammenkunft mit allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Bürgermeistern des Kreises organisieren, um mit ihnen Gespräche über eine Reform und Optimierung der Aufgabenverteilung zwischen Kreis und Kommunen zu führen. Es geht um den partnerschaftlichen Umgang zwischen den beiden Ebenen. Ich halte es für notwendig, dass gemäß dem Subsidiaritätsprinzip Aufgaben zunehmend dort wahrgenommen werden, wo sie sich am effizientesten anpacken und umsetzen lassen.